Fachaustausche AUFSUCHEND. POLITISCH. BILDEN.

Erkenntnisse aus 15 Monaten politischer Bildungsarbeit in sechs Quartieren

Politische Partizipation, interkulturelle Dialoge und communityübergreifende Verständigung in benachteiligten Quartieren mit aufsuchender politischer Bildung stärken: Diese Ziele hat sich Minor mit dem Modellprojekt PartQ gesetzt.

In Zusammenarbeit mit lokalen Aktiven wurden seit dem Sommer 2021 in sechs Modellquartieren bundesweit (Berlin Märkisches Viertel, Braunschweig Weststadt, Duisburg Neuenkamp, Halle Silberhöhe, Ingolstadt Piusviertel und Rostock Toitenwinkel) Ansätze der aufsuchenden politischen Bildung entwickelt und erprobt sowie von dem PartQ-Projektteam begleitet und evaluiert. In elf sogenannten Partizipationsprojekten wurden mit unterschiedlichen Methoden und Formaten wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Über die Fachaustausche

Gemeinsam mit den lokalen Beteiligten aus den sechs Quartieren sowie mit einem Fachpublikum aus den Bereichen der politischen Bildung, der Gemeinwesenarbeit, der Stadtentwicklung und der Wohnungswirtschaft, werden im Rahmen von zwei Fachaustauschen die Erkenntnisse aus diesen 15 Monaten politischer Bildungsarbeit erörtert und diskutiert. Auf diese Weise sollen unterschiedliche Perspektiven in der Analyse berücksichtigt werden.

Ziel der Veranstaltungen ist es, Potenziale, Erfolgsfaktoren sowie Hürden und Grenzen des Ansatzes zu identifizieren.

Dafür werden verschiedene Aspekte der aufsuchenden politischen Bildung in den Blick genommen. Anhand von Praxisbeispielen aus den Quartieren werden Hypothesen aus der Evaluierung rund um mehrere Themen diskutiert.

Die Ergebnisse aus der Evaluierung und den Fachaustauschen sollen sowohl für die Praxisarbeit in diversen Bereichen nutzbar gemacht werden als auch zur Weiterentwicklung des Konzepts der aufsuchenden politischen Bildung beitragen. Sie werden in eine Fachpublikation einfließen sowie in einer zweiten Runde von Partizipationsprojekten in weiteren Modellquartieren zum Einsatz kommen.

Termine:

20.10.2022: 09:00 – 17:30
FACE Familienzentrum Märkisches Viertel
Wilhelmsruher Damm 159, 13439 Berlin

17.11.2022: 09:00 – 17:30
Gesundheitszentrum Silberhöhe
Wilhelm-von-Klewitz-Straße 11, 06132 Halle (Saale)

Kontakt:

Maëlle Dubois
m.dubois@minor-wissenschaft.de

Arbeitsgruppen

  • AUFSUCHEND. Teilnehmendenorientierte Angebote

Aufsuchende Arbeit beschränkt sich nicht nur auf die Gewinnung von Teilnehmenden an Ortenan denen sie sich (analog oder digital) aufhalten. Um Teilnehmende zu gewinnen, müssen auch der Rahmen und die Inhalte der Angebote zielgruppengerecht sein. Wie kann diese Fokussierung in der Konzipierung von Angeboten gelingen 

  • POLITISCH. Alltagsthemen politisch wahrnehmen

Der Busfahrplan, Lärmbelästigung oder das Tauschen von Saatgut mit Nachbar:innen: Solche Themen können die Quartiersbewohner:innen beschäftigen. Und alle haben eine politische Dimension. Wie kann diese hervorgehoben und bearbeitet werden, ohne den Lebensbezug zu verlieren? Wie geht es vom Fall zum Feld? 

  • BILDEN. (In)formelle politische Bildung

Politische Gespräche entstehen im informellen Kontext oft von alleine. Dabei ist es schwierig, Lernziele zu verfolgen und Methoden der politischen Bildung lassen sich nur mühsam einsetzen. Wie informell darf politische Bildung sein? Und wie kann der Schritt zu strukturierten Bildungsprozessen in diesem Rahmen gewagt werden? 

  • AUFSUCHEND. Komm- und Gehstrukturen im Quartier

Im Quartier wie überall sonst warten Bildungsangebote oft in einer klassischen „Komm-Struktur“ auf ihre Zielgruppen. Für aufsuchende Arbeit ist die Entwicklung von Strukturen, die zu den Zielgruppen gehenjedoch besonders wichtig. Wie kann der Wechsel von Komm- zu Geh-Strukturen auch in etablierten Institutionen gelingen? 

  • POLITISCH. Brückenbildung zum politischen Feld

Die vermeintliche Politikdistanz ist genauer gesehen eher eine Distanz zum politischen Feld, einem Mikrokosmos von Professionellen mit eigener Sprache und Definitionsmacht über das Politische. Wie können Brücken zwischen dem politischen Feld und „Laien“ gebaut werden, die auf beiden Ufern solide Fundamente haben?  

  • BILDEN. Über den Schatten springen

Inklusive politische Bildung bedeutet unter anderem, sich mit schwierigen Themen auseinanderzusetzen, Konflikte anzusprechen, Emotionen zuzulassen und mit problematischen Einstellungen konfrontiert zu sein. Welche Kompetenzen braucht es, um damit konstruktiv und bildend umzugehen?

Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Projektes PartQ – Aufsuchende politische Bildung im Quartier statt.

Das Projekt wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.