Zusammen.Zukunft.Denken im Quartier

Demokratische Bildung in Toitenwinkel

Im Projekt soll einen Raum geschaffen werden, um den Prozess demokratischer Bildung im Stadtteil Toitenwinkel anzustoßen und zu etablieren.

Was sind die Ziele des Projektes?

Das Projekt zielt auf die Befähigung, Selbstaktivierung und Wahrnehmung der partizipativen Möglichkeiten ab. Regelmäßige Veranstaltungen, Treffen und Aktionen sollen Menschen für Demokratie begeistern und sie Teil von demokratischen Prozessen werden lassen. Während des gesamten Projekts soll ein begleiteter Austausch zu verschiedenen lokalen und gesellschaftlichen Themen ermöglicht und gefördert werden.

Über niedrigschwellige und vielfältige Ansätze und Methoden politischer Bildung sollen diverse Positionen zu gesellschaftlichen, kommunalen sowie alltagspolitischen Themen herausgearbeitet, verknüpft, sichtbar gemacht sowie in zukünftige Debatten eingebracht werden (vor allem zu Themen, die den Alltag der Menschen direkt beeinflussen, z. B. Quartiersentwicklung, Gestaltung des öffentlichen Raumes, Investition in soziale und kulturelle Infrastruktur im Stadtteil, Migration, Heimat, Identität, Armut, Gerechtigkeit). Es werden positive und respektvolle Kommunikations- und Bildungssituationen geschaffen – als Grundlage für ein kontinuierlich wachsendes Interesse an diversen Themen und einer aktiven Mitwirkung an lokalen Veränderungsprozessen.

Auch durch Pop-Up-Veranstaltungen soll die aufsuchende politische Bildung dynamisch und unkompliziert im öffentlichen Raum umgesetzt und partizipativ organisiert werden, um einen Austausch zu lokalen und gesellschaftlichen Themen an unterschiedlichen Lebenswelten und Alltagsorten stattfinden zu lassen.

An wen richten sich die Aktivitäten?

Die Kerngruppe „Raum und Formate für demokratische Bildung“ richtet sich an potenziell politisch interessierte und engagierte junge Menschen (z. B. Student*innen), die vermehrt im Stadtteil leben, jedoch in Toitenwinkel keinen Begegnungs- oder Bildungsort haben. Außerdem sollen Menschen angesprochen werden, die nach ihrem Erwerbsleben in eine neue Lebensphase treten und nach einem Wirkungsort suchen, sowie junge MigrantInnen, die im Stadtteil noch keinen Anlauf- oder Wirkungsort gefunden haben, aber auf der Suche nach Gemeinschaft, Austausch und Aktivitäten sind.

Die Kerngruppe „Gemeinschaftsversorgung“ möchte Menschen von jung bis alt und unterschiedlichster Herkünfte gewinnen, die gerne in Gemeinschaft kochen. Diese Interessierten sollten in der Lage sein regelmäßig eine Essensversorgung zu gewährleisten.

Die Veranstaltungen, die von der ersten Kerngruppe organisiert werden, richten sich an alle Anwohner*innen aus Toitenwinkel. Erreicht werden sollen insbesondere Menschen, die offen für inhaltliche Auseinandersetzung und neue Perspektiven sind, die aus dem Quartier kommen und einen Anlauf-, Austausch- und Begegnungsort suchen. Sie sollen durch die Atmosphäre und das regelmäßige gemeinsame Essen langsam an das Format herangeführt werden und nach und nach an dem Austausch und der Debatte teilnehmen.

Was soll im Projekt passieren?

In einem ersten Schritt (Januar – Februar) soll eine Koordination für das Gesamtvorhaben gefunden werden, die befähigt wird, selbstständig zu arbeiten. Die Koordination wird in das Projekt PartQ und die Möglichkeiten und Ansätze aufsuchender politischer Bildungsarbeit eingeführt. Außerdem wird die Arbeits- und Wirkungsweise des Zukunftsladens und von STERN.macht.PLATZ im Quartier vermittelt.

Der Zukunftsladen ist ein neuer Anlauf- und Wirkungsort im Quartier, der erst im Juni 2020 eröffnet wurde. Durch diverse Formate, Aktionen und Mitwirkungsprojekte, die wir im Rahmen von STERN.macht.PLATZ organisieren, hat sich ein wachsendes Netzwerk aus Nachbarschaft und lokalen sowie rostockweiten Initiativen, Vereinen und Institutionen entwickelt.

Nachdem ein Name für das Veranstaltungsformat gefunden wurde, wird das Vorhaben in diversen Kanälen vorgestellt, um es bei Menschen aus der Nachbarschaft bekannt zu machen. So sollen Mitwirkende und Kooperationspartner gefunden werden.

Als zweiter Schritt (März – April) steht der Aufbau der Kerngruppe an. Mit dieser wird das Projekt besprochen, der Projekt- und Budgetplan erstellt und die PartQ-Situationsanalyse diskutiert. Die Kerngruppe trifft sich alle zwei Wochen und trifft Entscheidungen zu Veranstaltungsthemen, -formaten, -methoden und -orten. Für den Gruppenbildungsprozess wird begleitend eine Reflexion und Weiterbildungen über den gesamten Projektverlauf organisiert.

In der nächsten Projektphase (Mai – September) werden alle zwei Wochen demokratiestärkende und auf Austausch fokussierte Veranstaltungen durchgeführt. Dabei werden verschiedene Themen und Formate ausprobiert. Folgende Leitfragen werden dabei verfolgt: Welche Themen eignen sich zum weiteren Arbeiten und für eine inhaltliche Vertiefung? Wo entsteht Energie, um sich konkret politisch einzumischen und weitere Veranstaltungen dazu zu organisieren?

Zuletzt (September) werden die Aktivitäten ausgewertet und über das Fortbestehen des Projektes gesprochen. Dazu soll eine Klausur zur Veranstaltungsreihe mit Beteiligten, Kooperationspartner*innen und Bildungsakteur*innen der Stadt Rostock abgehalten werden. Neben einem Rück- und einem Ausblick auf die aufsuchende und Selbstorganisation stärkende Bildungsarbeit im Quartier, soll auch über zukünftige Finanzierungsmöglichkeiten gesprochen werden.

Modellquartier:

Rostock Toitenwinkel

Laufzeit:

01.01. – 30.09.2022

Träger:

Senselab e.V.
maria.schulz@senselab.org

Die Partizipationsprojekte werden im Rahmen des Modellprojekts PartQ – Aufsuchende politische Bildung im Quartier umgesetzt.

PartQ wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.