Selbstwirksamkeit durch Kultur im Quartier

Teilhabe- und Mitgestaltungsmöglichkeiten durch Kulturveranstaltungen im Quartier

Über musikalische Kulturveranstaltungen sollen gesellschaftliche Themen im Quartier bearbeitet sowie Teilhabe- und Mitgestaltungsmöglichkeiten realisiert werden.

Was sind die Ziele des Projektes?

Über die Bürgerinitiative Silberhöhe und ihre Kooperationspartner*innen im Quartier werden Teilnehmer*innen akquiriert, die ihrerseits mit der Organisation, Durchführung und Bewerbung von musikalischen Kulturveranstaltungen betraut werden. Dadurch erfahren sie Selbstwirksamkeit, lernen direkte, zielgruppenübergreifende Teilhabe- und Mitgestaltungsmöglichkeiten kennen und identifizieren sich positiv mit ihrem Stadtteil sowie der Quartiersarbeit. So wird dem Wunsch der Stadtteilbevölkerung nach mehr kulturellen Veranstaltungen und Begegnungsmöglichkeiten entsprochen und das gemeinschaftliche Zusammenleben im Quartier aufgewertet. Gleichzeitig kann so das innerhalb wie außerhalb der Silberhöhe empfundene Negativimage verändert werden. Niedrigschwellige interkulturelle Angebote im Rahmen des Veranstaltungsplans vermitteln Wissen über andere Ziel- und Bevölkerungsgruppen und ermöglichen über Musik als verbindendes und emotionales Element das Zusammenkommen verschiedener Generationen und Lebensstile. Dabei entstehen neue Formen von Gemeinschaft und Solidarität.

An wen richten sich die Aktivitäten?

Das Projekt richtet sich an alle Bewohner*innen der Silberhöhe – sowohl im Hinblick auf die aktivierten Beteiligten der Veranstaltungsorganisation als auch auf die Besucher*innen der Kulturveranstaltungen. Erfahrungsgemäß wird das Feedback vor allem in den Bewohner*innengruppen am besten sein, die ihrerseits Bedarfe an Teilhabe und/oder kulturellen Veranstaltungen im Quartier sowie zeitliche Ressourcen zur Mitgestaltung haben – also grundsätzlich der Quartiersarbeit gegenüber offene, erwachsene, berufstätige oder pensionierte Bewohner*innen des Stadtteils. Durch ein breites und zeitgemäßes Veranstaltungsangebot werden trotzdem auch junge Menschen und durch eine mehrsprachige Ansprache ebenso Menschen mit Migrationshintergrund adressiert. Ansprache und Bewerbung potentieller Teilnehmende erfolgen über die zahlreichen gefestigten Kontakte, Netzwerke und Kommunikationswege der Bürgerinitiative und ihrer Kooperationspartner*innen (Rundmails, Newsletter, Quartiersrunde, Projektgruppe Silberhöhe, Sprechstunden im Quartierbüro, Aushänge, Flyer etc.).

Was soll im Projekt passieren?

Zu Beginn der Durchführungsphase wird die Rolle von Kultur und Musik im Zusammenkommen der unterschiedlichen Generationen und Lebensstile reflektiert. Dabei soll die Frage geklärt werden, welche Rolle Kunst und Kultur als methodische Ansätze in der politischen Bildung spielen können.

Anschließend gewinnt die „Bürgerinitiative Silberhöhe“ als Projektverantwortliche durch aufsuchende Ansprache im Quartier interessierte Teilnehmende für die Organisation, Durchführung und Bewerbung von Kulturveranstaltungen. Dabei werden Akteur*innen des Quartiers zur Unterstützung eingebunden. Die akquirierten Teilnehmenden eruieren Veranstaltungsräumlichkeiten und potentielle kulturelle Mitwirkende für die Veranstaltungen. Sie erstellen einen Veranstaltungsplan (z.B. sechs Veranstaltungen in sechs Monaten) und planen die Bewerbung des Veranstaltungsprogramms (Texte, Layout, Wort-Bild-Marke etc.). Auch hierbei werden sie von Akteur*innen des Quartiers, deren Netzwerken und Ressourcen unterstützt.

Zur Unterstützung und Gewährleistung der Projektziele kann unter anderem die „Kammeroper Halle e.V.“ gewonnen werden, die mit über 80 Künstler*innen und Kunststudierenden aus verschiedenen Kulturkreisen bzw. Herkunftsländern ideale Voraussetzungen bietet, die Bevölkerungsgruppen des Quartiers aus unterschiedlichen sozialen Schichten, ethnisch-kulturellem Hintergrund und Lebensstil, zueinander zu führen, deren Selbstwirksamkeit zu stärken und an der sozialen Infrastruktur im Quartier zu partizipieren. Aus einem möglichst vielseitigen und verschiedenartigen Veranstaltungsprogramm sowie der angestrebten Projektinvolvierung von Menschen mit Migrationshintergrund resultieren interkulturelle Begegnungen, ein kultureller Wissenstransfer und eine gesteigerte Toleranz verschiedenartiger Bevölkerungsgruppen innerhalb der Stadtteilbewohner*innenschaft.

Im Zuge der kulturellen Einzelveranstaltungen sind zusätzliche Künstlerwerkstätten nach der „4-Stufen-Methode“ (Vorbereiten-Vormachen-Nachmachen-Vertiefen) geplant, die die Teilnehmenden aus dem Quartier aktiv mit einbindet und ihnen Möglichkeiten bietet, an regelmäßigen Auftritten in der neu zu findenden Veranstaltungs- und Begegnungsstätte teilnehmen zu können. Das Themenfeld soll von klassischer Musik, über Volksmusik bis hin zu populärer Musik (z.B. K-Pop) reichen, um möglichst viele unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen. Über die Vermittlung künstlerischer Sujets und Praxen können und sollen quartiersrelevante Themen der politischen Bildung und Teilhabe bearbeitet werden, sowohl im Rahmen des Konzeptions- und Organisationsprozesses der Beteiligten sowie im Rahmen der jeweiligen Einzelveranstaltungen, z.B. durch eine Ideenbox und andere Abstimmungsformate.

Modellquartier:

Halle Silberhöhe

Laufzeit:

01.01. – 30.09.2022

Träger:

Bürgerinitiative Silberhöhe
ute.haupt@halle.de

Die Partizipationsprojekte werden im Rahmen des Modellprojekts PartQ – Aufsuchende politische Bildung im Quartier umgesetzt.

PartQ wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.