Integration durch Bildung

Zugangs- und Mitwirkungsmöglichkeiten für junge Menschen mit Migrationsgeschichte

In dem Mentor*innen-Projekt sollen Begegnungs-, Lern- und Dialogräume geschaffen werden, in denen (neuzugewanderte) Schüler*innen mit Migrationshintergrund sich über ihre schulische, gesellschaftliche und persönliche Situation austauschen und aufarbeiten können.

Was sind die Ziele des Projektes?

Ingolstadt und insbesondere das Piusviertel sind stark durch Migration geprägt, verbunden mit den gängigen Herausforderungen Integration erfolgreich zu gestalten. Jungen Menschen, die erst seit relativ kurzer Zeit in Deutschland sind, fehlt häufig das Wissen über Zugangs- und Mitwirkungsmöglichkeiten, um Teilhabe zu ermöglichen.

Im Projekt werden die durch ungleiche Bildungschancen bedingten eingeschränkten Teilhabemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund thematisiert und Begegnungs-, Lern- und Dialogräume geschaffen, in denen (neuzugewanderte) Schüler*innen mit Migrationshintergrund sich über ihre schulische, gesellschaftliche und persönliche Situation austauschen und aufarbeiten können. Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergund, die aufgrund ihres schulischen und beruflichen Weges bereits viele Hürden aus eigener Erfahrung gesammelt haben, sollen als Mentor*innen dienen und die jüngeren Schüler*innen mit Migrationshintergund im Integrationsprozess ein Stück weit begleiten. Die Mentoren*innen wirken dabei als Vorbild und Lotsen. Der Integrationsprozess und Erhöhung der Teilhabechancen sollen durch folgende Bausteine erreicht werden:

  • Stärkung der Sprachkompetenz und Ausdrucksfähigkeit, verbunden mit der Kompetenzentwicklung zur Artikulation der eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen (ohne Sprache keine Teilhabe) – als Ansatzpunkte dienen die schulischen Leistungen/Probleme
  • Unterstützung bei der Bewältigung schulischer Herausforderungen
  • Vorstellung und Erarbeitung von Migrationsgeschichten (auch aus politisch-gesellschaftlicher Sicht) und damit verbundenen Probleme und Hemmnisse
  • Selbstreflexion und (kritisches) Hinterfragen des eigenen Wertehorizonts
  • Auseinandersetzung mit und im Quartier, kritischer Blick auf Rahmenbedingungen im Quartier und des Zusammenlebens, Verpflichtung und Stärkung von Communities
  • Wissensvermittlung über Staatssystem, Prozesse, Zuständigkeiten, Einrichtungen
  • Veranstaltungen mit Stadtrat, Migrationsrat und Jugendparlament, und Plattformen der Artikulation, Teilhabe und Veränderung zugänglich zu machen

An wen richten sich die Aktivitäten?

Im Projekt sollen Schüler*innen mit Migrationshintergund von 5. bis 10. Klasse mit nachteiligen Bildungschancen angesprochen werden, um sie mit Mentor*innen ab 9. Klasse bis Studium/Ausbildung zusammenzubringen, die selber Migrationshintergrund haben und viele Integrationshürden selbst oder mit Unterstützung gemeistert haben.

Was soll im Projekt passieren?

In Schritt 1 sollen die Mentor*innen und Schüler*innen gefunden werden, die am Mentor*innen Projekt beteiligt werden. Es findet ein Eröffnungsworkshop mit Qualifikationsmodul statt, um die Beteiligten auf ihre Mitarbeit vorzubereiten.

In Schritt 2 beginnt das Mentorenprogramm 1:1 mit regelmäßigen Treffen in großer Runde, so dass sich die Mentoring-Paare untereinander austauschen und vernetzen können. Hier soll bereits der Schritt 4 (Rathausführung) inhaltlich vorbereitet werden.

Schritt 3 beinhaltet interaktive Workshops mit 5 Terminen und mit professioneller Moderation, bei denen sich zu verschiedenen Themen der politischen Bildung und zu interkulturellen Themen auseinandergesetzt wird. Mögliche Themen sind: Migrationsgeschichte, demokratisches System der BRD und dessen Wertevorstellungen, Teilhabemöglichkeiten, Erfahrungswissen teilen, Teilhabehemmnisse herausarbeiten, förderliche Rahmenbedingungen identifizieren.

In Schritt 4 soll das örtliche Rathaus besucht werden mit Treffen des Bürgermeisters oder des Stadtrats. Dieser Besuch soll entsprechend vor- und nachbereitet werden.

Durch Schritt 5 soll die Nachhaltigkeit durch Dokumentation und Publikation (Stadtteilzeitung, lokale Medien) gesichert werden. Zu der Abschlussveranstaltung sollen Verteter*innen des Migrationsrates, des Jugendparlaments und der Presse eingeladen werden.

Modellquartier:

Ingolstadt Piusviertel

Laufzeit:

01.04. – 30.09.2022

Träger:

Nefas e.V.
linda-qasem@web.de

Die Partizipationsprojekte werden im Rahmen des Modellprojekts PartQ – Aufsuchende politische Bildung im Quartier umgesetzt.

PartQ wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.