DU. ICH. WIR.

Gemeinsam in Neuenkamp

Im Projekt sollen die Vielfalt der Bewohner*innen in Neuenkamp sichtbar gemacht und Räume der Begegnung und des Austausches geschaffen werden. So soll Spaltungen entgegengewirkt und die Selbstwirksamkeit gefördert werden.

Was sind die Ziele des Projektes?

Ziel des Projektes ist es, einen interkulturellen Dialograum für Bewohner*innen und soziale Akteure in Neuenkamp zu schaffen. Antragstellerin für dieses Projekt ist zwar das muslimische Familienbildungszentrum Mina e.V., jedoch handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt, in welches viele Akteure mit einbezogen sind:

  • Städtischer Kindergarten Paul-Rücker-Straße / Benediktstraße
  • Städtisches Kinder- und Jugendzentrum “Die Insel“
  • Diakoniewerk Duisburg GmbH (Mittendrin-Familienhilfe sofort vor Ort)
  • Diakoniewerk Duisburg GmbH (Wohnungslosenhilfe)
  • Gemeinnützige Gesellschaft für paritätische Sozialdienste mbH in Duisburg (PariSozial) (Begegnungs- und Beratungsstätte)
  • Sozial- und Quartiersmanagement der GEBAG Duisburger Baugesellschaft mbH
  • DU aktiv – Bürgerplattform Duisburg
  • Muslimisches Familienbildungszentrum Mina e.V.

Soziale Akteur*innen sowie die Bewohner*innen sollen einen Raum haben, sich auf Augenhöhe zu begegnen. Hierbei soll die Schnittmenge der Interessen unterrepräsentierter Gruppen sowie der Mehrheitsgesellschaft herausgearbeitet werden, so dass die Lebensqualität aller Beteiligten in Neuenkamp in einem partizipativen Prozess verbessert wird.

An wen richten sich die Aktivitäten?

Das Projekt richtet sich an alle Einwohner*innen in Neuenkamp sowie die dort tätigen Organisationen und Initiativen. Ein besonderes Augenmerk soll auf die noch unterrepräsentierten Gruppen gelegt werden, wie Familien mit Einwanderungs- und/oder Fluchterfahrungen sowie Rassismuserfahrungen.

Was soll im Projekt passieren?

In jedem Monat ist mindestens eine Veranstaltung in Form eines Workshops (auch mal in Form einer Mediation) oder Festes geplant. Das Projekt beinhaltet 6 Formate, die im Folgenden näher erläutert werden.

  1. My Story

Unter dem Titel „My Story“ sollen Bewohner*innen und soziale Akteure zusammenkommen und über verbindende Werte wie Zugehörigkeit, Heimat, Wirksamkeit oder Freiheit sprechen. Jede*r ist frei zum Thema beizutragen, sei es in Form einer persönlichen Geschichte, eines Gedichtes, eines Songs, einer Assoziation zum Thema etc. Ziel ist es, dass die diverse Gesellschaft in Neuenkamp gemeinsame Schnittmengen erkennt und mehr Nähe zueinander aufbaut. Themen können zum Beispiel Teilhabe, Zugehörigkeit oder Engagement sein. Darauf aufbauend können weitere Begegnungstreffen unter dem Motto „My Story“ mit verschiedenen Themenschwerpunkte und an unterschiedlichen Orten der sozialen Einrichtungen oder sonstigen Begegnungsräumen wie Wohnhäusern, Vereinshäusern oder der Grundschule organisiert werden.

  1. Sichtbarkeit von Vielfalt

Es soll angeregt werden, die Vielfalt in Neuenkamp sichtbarer zu machen. Hier werden die zu Tage getretenen Beiträge aus „My Story“ nochmal aufgegriffen und kreativ verarbeitet. Denkbar ist eine interkulturelle Fotoausstellung, die mittels der verschiedenen sozialen Akteure durchgeführt wird. Die plurale Trägerlandschaft erreicht unterschiedliche Gruppen und kann dabei unterstützen, die Vielfalt in Neuenkamp sichtbar zu machen. Mit Hilfe der GEBAG Duisburger Baugesellschaft mbH kann ein Teil der Ausstellung ggf. im öffentlichen Raum verstetigt werden. Dieses Arbeitspaket schließt an die Begegnungen unter dem Titel My Story an und kann parallel zu den Dialogtischen (nachfolgend erläutert) erfolgen.

  1. Gemeinsame Feiertage

Anschließend sollen über das Jahr und über den Projektzeitraum hinaus gemeinsame Festtage geplant werden. Denkbar sind bestehende Feiertage wie Ostern, Weihnachten, Sankt Martin, den Weltfrauentag, das Ramadanfest oder das Opferfest gemeinsam zu organisieren und gemeinsam im öffentlichen Raum zu feiern. Die Feiern sollen die vielfältige Bewohner*innenschaft füreinander sensibilisieren und zusammenführen. Hier sind auch Referent*innen zu den jeweiligen Themen denkbar. Über gemeinsames Essen und Spiele für die Kinder sollen die Bewohner*innen und die Akteure miteinander ins Gespräch kommen. Möglich sind hierbei auch kulturelle Aufführungen in Form von Musik und Tanz durch Anwohner*innen Neuenkamps. Darüber hinaus besteht die Idee einen eigenen Feiertag zu erschaffen, welcher die Bewohner fernab von ihrer Kultur und Religion miteinander in Verbindung bringt, wie beispielweise ein „New Camp City-Day“. Das soll partizipativ in einem Workshop mit Bewohner*innen und Vertreter*innen der sozialen Akteure erarbeitet werden. Teil dieses Feiertags kann ein Nachbarschaftströdel sein, der ein finanzieller Motivator für die Teilnahme an dem Fest sein kann. Außerdem kommen Anwohner*innen durch den Verkauf ins Gespräch.

  1. Dialogtisch

Ein soll ein stetiger Dialogtisch aus Bürger*innen und sozialen Akteuren angeregt werden. Weiterhin werden unter anderem die gemeinsamen Feiertage und My Story-Workshops von dort aus geplant, organisiert und durchgeführt. Hierbei sollen die Bewohner*innen in der Organisation mit einbezogen werden, so dass neben der institutionellen Variante der Sozialraumkonferenz zusätzlich Raum zur Mitgestaltung für alle Bewohner*innen angeboten wird. Die Dialogtische bieten eine weitere Möglichkeit, hier die Bewohner*innen in die Entwicklung des Sozialraumes mit einzubeziehen und entsprechende Ideen zu entwickeln. Der Dialogtisch sichert die Nachhaltigkeit des Projektes. Aus ihm kann sich eine Art Stadtteilrat bilden.

  1. Zukunftswerkstatt/Entwicklung MindMap

Aufbauend auf dem Dialogtisch soll gemeinsam mit sozialen Akteuren und Bewohner*innen eine Zukunftswerkstatt stattfinden, auf der Zukunftsvisionen für den Stadtteil in einer MindMap festgehalten und bildlich durch einen Künstler dargestellt werden.

  1. Besuch einer Ausstellung/Museum (z. B. Haus der Geschichte)

Im Laufe des Projektes soll mit einer Gruppe interessierter Bewohner*innen und Akteure eine Ausstellung oder ein Museum (z. B. das Haus der Geschichte in Bonn) besucht werden. Dies mit dem Hintergrund, insbesondere Migrant*innen für ihre neue Heimat zu begeistern und hierdurch auch einen Zugang zu Informationen zu verschaffen. Ein inhaltlicher Schwerpunkt des Besuches kann im Vorhinein mit den interessierten Personen festgelegt werden.

Modellquartier:

Duisburg Neuenkamp

Laufzeit:

01.01. – 30.09.2022

Träger:

Muslimisches Familienbildungszentrum MINA e.V.
n.erkan@mina-duisburg.de

Die Partizipationsprojekte werden im Rahmen des Modellprojekts PartQ – Aufsuchende politische Bildung im Quartier umgesetzt.

PartQ wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.