Alt < erzählt > Jung

Intergenerationeller Dialog und gemeinsame Gestaltung durch biografische Arbeit

Um intergenerationelle Konflikte im Quartier entgegenzuwirken, soll ein Dialog zwischen Jugendlichen und Senior*innen durch Quartiersspaziergänge und biografische Interviews angestoßen werden.

Was sind die Ziele des Projektes?

Es bestehen unter den Generationen im Quartier verschiedene Spannungen und Konflikte, die sich aus unterschiedlichen Sichtweisen und Bedürfnissen ergeben. Gleichzeitig besteht grundsätzlich der Wunsch friedlich miteinander auszukommen und auch an der Entwicklung des Quartiers mitzuwirken. Die Bereitschaft und auch die Möglichkeiten halten sich häufig in Grenzen.

Im Projekt sollen Kommunikationsräume geschaffen werden, in denen die Teilnehmenden sich gegenseitig ihre jeweiligen Lebenswelten, Sichtweisen, Wünsche und Bedürfnisse beschreiben und austauschen können. Das Ziel ist, das Verständnis und die Interaktion, als Grundlage von gemeinsamen Veränderungsprozessen, zu fördern und durch einen Sichtweisen- und Perspektivenwechsel die Grundlage für gemeinsame Veränderungs- und Gestaltungsprozesse zu legen.

Der im Projekt zu erwartende Erfahrungs- und Wissenstransfer zwischen den Generationen schafft die Sensibilität gegenseitigen Respekts und Achtung. Die Nachhaltigkeit dieser Austauschprozesse soll durch Videos und gemeinsame Veranstaltungen gesichert werden und wiederum als Grundlage für eine weitere, breitere Kommunikation dienen.

Ein weiteres Ziel ist die Stärkung der Nachbarschaftshilfe, die im Piusviertel gut organisiert und verankert ist. Das Projekt soll einen Anstoß zu einer intergenerativen Initiative im Quartier geben und einen Beitrag zum Fortbestand der Nachbarschaftshilfe leisten.

An wen richten sich die Aktivitäten?

Die meisten Aktivitäten im Projekt richten sich explizit an Jugendliche bis 27 und an Senior*innen ab 60. Die Nachhaltigkeitsphase soll alle Bewohner*innen einbeziehen.

Was soll im Projekt passieren?

Vorbereitung

Für das Projekt werden Jugendliche bis 27 Jahre und Ältere ab 65 akquiriert. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Personen, die bisher nicht in Aktivitäten der Antragsteller und Kooperationspartner eingebunden sind. Dies soll über Werbung und mediale Projektvorstellung, direkte Ansprachen im öffentlichen Raum oder an bekannten Kommunikationsorten und schließlich über Multiplikatoren erfolgen.

In der Vorbereitungsphase ist auch die Konzipierung der Interviews als Methode des Biografischen Arbeitens zentral, sowie eine ausführliche Projektskizze über die einzelnen Schritte (Inhalte, Personen, Bedarfe). Für das Gelingen des Projektes sind mindestens 5 Interviewpärchen (Jung/Alt) vorgesehen.

Quartierspaziergänge und Interviews

Die Durchführungsphase beginnt mit einem Quartierspaziergang als Warming-up für die Interviews. Dadurch sollen sich die Jugendlichen und Senioren über das Thema „Lieblingsorte im Quartier“ kennenlernen. Diese Spaziergänge sollen idealerweise bereits gefilmt werden, um später für die Dokumentation verwendet werden zu können.

In diesem Schritt erfolgt auch die Durchführung der Interviews als Tandemsetting, die ebenfalls gefilmt werden sollen. Thematisch gehen diese Interviews tiefer und setzen an der Biografie der Personen an. Die genauen Fragen und Inhalte werden in der Vorbereitungsphaseerarbeitet und festgelegt. Neben dem Austausch der eigenen Biografie und den damit verbunden Erlebnissen und Erfahrungen geht es auch um das (Zusammen-)Leben im Quartier, um Bedarfe, Wünsche, Vorstellungen, Sichtweisen etc.

Abschluss und Nachhaltigkeit

In der Abschlussphase werden die Videos erstellt, die Interviews ausgewertet und in einer zusammenfassenden Dokumentation zusammengeführt. Das Video bzw. die Abschlussdokumentation soll veröffentlicht und gestreut werden.

Zudem soll eine Zukunftswerkstatt veranstaltet werden, die den Erfahrungsaustausch mit dem Projekt ermöglicht, die Abschlusspräsentation zeigt und wiederum den Raum öffnet perspektivisch Veränderungsprozesse anzustoßen, die gegenseitige Unterstützung/Zusammenarbeit zu erörtern (Nachbarschaftshilfe, Patenschaftsprojekte) und übergreifende Kontakte zu knüpfen.

Über die PartQ-Projektphase hinaus, sollen die Inhalte verstetigt werden durcheventuelle weitere Veranstaltungen, die allen offen stehen.

Modellquartier:

Ingolstadt Piusviertel

Laufzeit:

01.01. – 30.09.2022

Träger:

Evangelische Jugendsozialarbeit Ingolstadt e.V., Jugendmigrationsdienst
info@aussiedlerarbeit.de

Die Partizipationsprojekte werden im Rahmen des Modellprojekts PartQ – Aufsuchende politische Bildung im Quartier umgesetzt.

PartQ wird gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung.